Bilanz der Feuerwehren in der Samtgemeinde Hanstedt



Gemeindebrandmeister Arne Behrens blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück





(psh) Hanstedt. „Bezogen auf die Anzahl der Einsätze als durchschnittlich und hinsichtlich der gesetzten und auch erreichten Ziele als erfolgreich“ bezeichnete Gemeindebrandmeister Arne Behrens das vergangene Jahr, das es im Rahmen des Jahresrückblicks näher zu beleuchten galt.

Im vergangenen Jahr mussten die fünfzehn Feuerwehren zu insgesamt 345 Einsätzen ausrücken. Hierbei standen 84 Brände 237 Technischen Hilfeleistungen gegenüber. In vierzehn Fällen rückte die Feuerwehr zu blinden Alarmen aus und zehn Einsätze waren unter dem Stichwort „sonstiges“ zu verzeichnen. Eine auffällig hohe Zahl von Einsätzen waren im Zusammenhang von zum Teil sehr schweren Verkehrsunfällen auf der A7 aber auch auf den zu betreuenden Landes- und Kreisstraßen zu absolvieren. Oft waren die Ereignisse mit erheblichen Personenschäden verbunden. Hilflose Personen hinter verschlossenen Türen beschäftigten die Feuerwehren in neun Fällen. Während die Feuerwehr mehrfach zur Unterstützung des Rettungsdienstes ausrücken musste, wurden die Einsatzkräfte auch zur Amtshilfe für die Polizei alarmiert. Im Jahre 2016 konnten fünfundvierzig Personen aus zum Teil lebensbedrohlichen Lagen befreit und dem Rettungsdienst übergeben werden, wovon drei ihren Verletzungen in Krankenhäusern erlagen. Für sieben Menschen kam bereits zum Zeitpunkt des Eintreffens der Rettungskräfte leider jede Hilfe zu spät. Die in Undeloh ansässige und mittlerweile fest etablierte „Helfer-vor-Ort-Gruppe“ rückte zu zwölf Einsätzen aus. Hierbei konnten alle Personen zum Teil auch nach erforderlichen Reanimationen an den Rettungsdienst übergeben werden, zwei Menschen verstarben trotz aller Bemühungen später im Krankenhaus.

Der Personalstand der Feuerwehren der Samtgemeinde Hanstedt in Zahlen:

Mitglieder der fünfzehn Einsatzabteilungen: 609, davon 80 Frauen
Mitglieder der zehn Jugendfeuerwehren: 136, davon 37 Mädchen
Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung: 196

Neben der Realisierung des Anbaus einer Fahrzeughalle für die Stützpunktfeuerwehr Brackel und dem bevorstehenden Beginn des zweiten Bauabschnittes am Feuerwehrhaus in Evendorf freute sich Behrens über die im Spätsommer erfolgte Übergabe eines neuen Tragkraftspritzenfahrzeuges (TSF) für die Ortsfeuerwehr Wesel und die Beauftragung der aus Landesmitteln bezuschussten Ersatzbeschaffung für das Löschgruppenfahrzeug in Evendorf, das voraussichtlich im Frühjahr durch einen Schlauchwagen (SW KatS) mit Staffelkabine ersetzt werden wird. Nachdem im Jahre 2015 die samtgemeindeweite Einführung der digitalen Alarmierung abgeschlossen werden konnte, löste im letzten Jahr der Digitalfunk das alte Funknetz ab. „Hier gilt es in den kommenden Jahren den Einsatzstellenfunk schrittweise vom analogen 2m-Band auf die digitale Technik umzurüsten.“ so Gemeindebrandmeister Arne Behrens.

Ein erfolgreiches Ergebnis lieferte auch die ins Leben gerufene Arbeitsgruppe Fahrzeugbeschaffung (AGF), die sich im Zusammenhang mit den in den nächsten Jahren zu beschaffenden Tragkraftspritzenfahrzeugen (TSF und TSW-W) beschäftigt hat und unter Berücksichtigung der unterschiedlichen örtlichen Begebenheiten eine einheitliche Leistungsbeschreibung für Fahrgestelle, den Aufbau, die feuerwehrtechnische Beladung sowie die erforderlichen Sonderausstattungen erarbeiten konnte.


Während die Ausbildung bei dem seit vielen Jahren gemeinsam mit der benachbarten Samtgemeinde Jesteburg durchgeführten Lehrgang „Truppmann Teil 1“ auf hohem Niveau und völlig unproblematisch läuft, ist die Situation an der Niedersächsischen Akademie für Brand und Katastrophenschutz (NABK) hinsichtlich des Verhältnisses der Anforderungen der Feuerwehren in der Samtgemeinde Hanstedt zu den tatsächlichen Teilnahmemöglichkeiten weiterhin als angespannt zu bezeichnen. Insgesamt konnten einhundertsechsundsiebzig Lehrgänge, davon einundvierzig an der NABK, bedingt durch die erforderlichen Endanwenderschulungen für Digitalfunk einhundertdrei an der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) und zweiunddreißig Lehrgänge Truppmann Teil 1 absolviert werden.

Aus den zehn Jugendfeuerwehren geht seit vielen Jahren der Nachwuchs für die Einsatzabteilungen hervor. Neben einer feuerwehrtechnischen Ausbildung beschäftigen sich die Jugendlichen auch mit Spielen, Wettbewerben, der Teilnahme an Zeltlägern und Ausfahrten sowie vielen anderen Aktivitäten. „Ohne den Einsatz anderer zu schmälern sei den Verantwortlichen für die Jugendfeuerwehren, die sich neben dem eigentlichen Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr und durch unermüdlichen Einsatz bei der Jugendfeuerwehr verantwortlich zeigen, auch in diesem Jahr besonders zu danken!“ so Arne Behrens, der sich gemeinsam mit den Verantwortlichen der Jugendfeuerwehr auf den am 28. Mai 2017 in Marxen stattfindenden Kreisjugendfeuerwehrtag freut. Besonders hervorzuheben sei die auf politischer Ebene überaus gute Zusammenarbeit mit dem Fachausschuss, dem Rat und der Verwaltung. Samtgemeindebürgermeister Olaf Muus und seine Stellvertreter hätten für die Belange der Feuerwehr immer ein offenes Ohr, und wofür es sich zu bedanken gilt.

Ein Ausblick in das vor uns liegende Jahr wagend, informierte Gemeindebrandmeister Arne Behrens über die anstehende Ausschreibung eines neuen Tragkraftspritzenfahrzeuges für die Ortsfeuerwehr Ollsen und die bevorstehende Ersatzbeschaffung eines Löschgruppenfahrzeuges für die Stützpunktfeuerwehr Brackel. Weiterhin sei im neuen Jahr die turnusgemäße Fortschreibung des Feuerwehrkonzeptes eine der zentralen Aufgaben, um die Zukunft der Feuerwehren in der Samtgemeinde Hanstedt zu gestalten. „Ein Novum wird für die Samtgemeinde Hanstedt die Gründung einer Kinderfeuerwehr sein. Hierzu haben sich nach vielen Gesprächen Mitglieder der Ortsfeuerwehr Thieshope entschieden; die Feuerwehrsatzung wurde bereits angepasst und der Antrag an den Samtgemeindebürgermeister wurde seitens der Führung schon befürwortet. Sofern der Samtgemeinderat zustimmt, kann die erste Kinderfeuerwehr somit spätestens zu Beginn des Frühjahres an den Start gehen“ freut sich der Gemeindebrandmeister.

Für Ihren unermüdlichen und zum Teil auch gefährlichen Einsatz zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger in der Samtgemeinde Hanstedt bedankte sich Behrens bei allen Männern und Frauen der Einsatzabteilungen sowie den vielen Funktionsträgern auf Orts- und Samtgemeindeebene.


Bericht: Pressestelle Feuerwehr Samtgemeinde Hanstedt
Fotos: Pressestelle Feuerwehr Samtgemeinde Hanstedt